Wirtschaftstagung: Bundesrat Pfister zur Sicherheitslage
24. Februar 2026 – Volle Ränge unterstrichen die Bedeutung der traditionsreichen Wirtschaftstagung der Mitte Schwyz in Brunnen. 250 Gäste verfolgten gespannt die Ausführungen von Bundesrat Martin Pfister zur dramatisch veränderten Sicherheitslage – das «kleine WEF» traf einmal mehr hochaktuelle Themen.
OK-Präsident Nationalrat Dominik Blunschy betonte die grosse Bedeutung der Wirtschaftstagung, die stets brandaktuelle Themen aufgreife. Dieses Jahr könnte sie kaum aktueller sein: Bundesrat Pfister hatte nur zwei Tage zuvor angekündigt, dass der Bundesrat die Schweizer Armee mit 31 Milliarden Franken aufrüsten will.
Epochaler Umbruch
«Seien wir ehrlich», startete Pfister seine Rede. Die Welt befinde sich in unglaublich schnellem Wandel. Der Krieg sei als Mittel der Politik zurück, die regelbasierte Ordnung erodiere, und Europa erlebe eine enorme Aufrüstung, während Europa selbst noch nicht bereit sei. «Die Schweiz als Land im Herzen Europas ist von allen potenziellen Konflikten betroffen», betonte Pfister. Die Verteidigung müsse heutigen Bedrohungslagen wirksam begegnen können. Es brauche eine «Ordnung, die dem Chaos trotzt».
Drei Stossrichtungen für mehr Sicherheit
Die neue sicherheitspolitische Strategie des Bundes, die im März in Vernehmlassung geht, verfolgt drei Ziele: Erstens Resilienz stärken durch Verringerung kritischer Abhängigkeiten. Zweitens Abwehr und Schutz gegen Cyberangriffe und Terrorismus verbessern. Drittens die Verteidigungsfähigkeit der Armee klar erhöhen, denn die Schweiz habe kritische Lücken bei der bodengestützten Luftverteidigung und Drohnenabwehr. Um von einer Ausbildungsarmee zu einer einsatzfähigen Armee zu kommen, brauche es zusätzlich 31 Milliarden Franken. Diese sollen durch eine befristete Mehrwertsteuererhöhung um 0,8 Prozent über zehn Jahre ab 2028 finanziert werden. Die dafür nötige Verfassungsänderung kommt bereits 2027 zur Abstimmung.
Wirtschaft als Teil der Sicherheit
«Sicherheit bedingt sichere Wirtschaft», machte Pfister deutlich. Moderne Bedrohungen betreffen nicht nur die Armee, sondern auch Unternehmen: Lieferketten können unterbrochen, Datenflüsse abgeschnitten und die Energieversorgung als Druckmittel missbraucht werden. «Wirtschaftliche Kriegsführung wird wieder zum Machtinstrument», warnte der Bundesrat. Deshalb sei Cybersicherheit ein zentraler Teil der Resilienz. Auch ein starkes Europa sei sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch eine Notwendigkeit für die Schweiz im Herzen Europas.
Pfister schloss mit einem Appell: «Die Macht der weniger Mächtigen beginnt mit der Ehrlichkeit. Eine der Schlüsseldisziplinen wird Sicherheitspolitik sein.»
In der anschliessenden Diskussion mit dem wie immer souveränen Moderator Res Dummermuth entlockte dieser dem Bundesrat noch einige Anekdoten. Ein herzliches Dankeschön gilt dem Organisationskomitee, den Sponsoren und allen Teilnehmenden für diesen gelungenen Anlass.
